Brieftaubenzuchtverein

Eichsfeldia 0487“

Duderstadt

 

Aus der Vereinsgeschichte

Der Brieftaubenverein „ Eichsfeldia“ wurde am 10.12.1895 in Germershausen, in der Gaststätte „ Löffler“, gegründet.

Die Vereinsgründer waren:

                                               Hauptmann Franz Otto, Germershausen

                                                                 Franz Otte, Obernfeld

                                                                 Eduard Schenke, Nesselröden

                                                                 Josef Märten Duderstadt

Sicherlich waren bei der Vereinsgründung weitere Mitglieder anwesend, diese sind aber nicht namentlich überliefert.

Am 14.12.1895 wurde der Verein beim Verband „ Deutscher Brieftaubenzüchter“, in Essen, registriert. Er erhielt die Vereinsnummer 0487.

Das Vereinslokal in Germershausen wurde bis zum Jahre 1914 beibehalten.

Wegen des 1. Weltkriegs ruhte das Vereinsleben von 1914 – 1918.

Am 30.12.1918 wurde der Verein von 19 Züchtern unter dem Namen „Gut Flug Duderstadt“ neu ins Leben gerufen.

Der damalige Vorstand setzte sich zusammen aus:

                        1. Vorsitzender   Alfred Schmalstieg

                        2. Vorsitzender  Josef Märten

                        Schriftführer    August Gleitz

                        Kassierer           Theodor Sommerfeld

Vereinslokal war das Restaurant „ Tivoli“ in Duderstadt.

Im Februar 1920 trat der Verein der „ Südhannoverschen Reisevereinigung Northeim“  bei. Der Brieftaubenverein

 Eichsfeldia“ existierte von 1920 an unter der Vereinsnummer 02417.

Wegen der gemeinsamen Aktivitäten mit dem Geflügelverein, erfolgte 1925 der Zusammenschluss zum „ Brieftauben und Geflügelverein Duderstadt“. 1926 wurde Malermeister Röhling zum Vorsitzenden gewählt. Die gemeinsame Vereinsgeschichte der Brieftauben und Geflügelzüchter dauerte bis 1933.

Am 1.1.1933 wurde der Verein „ Eichsfeldia“ unter seinem ursprünglichen Namen und mit der alten Vereinsnummer 0487 neu gegründet. 1. Vorsitzender war der Glasermeister Alfred Schmalstieg, der gleichzeitig die Aufgaben des Geschäftsführers wahrnahm. 2. Vorsitzender war Josef Kellner, Schriftführer war Ludwig Burchard.

Die Preisflüge der Tauben wurden aus der Ostrichtung durchgeführt, die Flüge von Königsberg oder Budapest sind für die älteren Züchter heute noch Legende.

Durch die Ereignisse der Zeit ruhte der Reisebetrieb von 1939 – 1945, das Vereinsleben fand aber nach wie vor statt, wie aus den Futterzuteilungslisten aus dieser Zeit zu ersehen ist.

Nach dem 2. Weltkrieg entstanden auch die anderen Brieftaubenvereine im Eichsfeld, die zumeist von ehemaligen Mitgliedern des Vereins „ Eichsfeldia“ gegründet wurden.

Aus dem Brieftaubenverein „ Eichsfeldia“ sind somit 10 Vereine und im Zusammenschluss daraus später 2 Reisevereinigungen entstanden.

                        Die Vereinsvorsitzenden:

                                                           1895 – 1914 Franz Otto, Germershausen

                                                           1918 – 1926 Alfred Schmalstieg

                                                           1926 – 1933 Malermeister Röhling

                                                           1933 – 1946 Alfred Schmalstieg

                                                           1946 – 1959 Josef Kellner

                                                           1959 – 1962 Rudi Koch

                                                           1963 – 1967 Albert Welle

                                                           1967 – 1969 Otto Schneeberg

                                                           1969 – 1971 Josef Schöttler

                                                           1972 – 1981 Alois Böhme

                                                           Seit 1981 Hermann Schwedhelm

Die Vereinslokale:

Das erste Vereinslokal war von der Gründung bis 1914, das Gasthaus Löffler in Germershausen. Von 1918 – 1930 war die Gaststätte „ Zum Weissen Ross“ des Herrn Stockfisch Vereinslokal. 1930 wechselte man in die Nachbarschaft,

zu Johannes Borchard ins Bahnhofshotel. Hier gastierte der Verein bis 1947. 1947 zog man in den „ Eichsfelder Hof“ zu Karl Gerbode um 1948 in die Gaststätte „ Weisses Ross „ zurückzukehren. Von 1949 – 1953 war das Lokal Ertmer Vereinslokal.

Von 1953 – 1972 war man wieder im Bahnhofshotel bei Johannes Borchard. Von 1972 – 1976 war Hermann Osburg in der

„ Stadt Mainz“ Vereinswirt. Ab 1976 war der Verein wieder im „Eichsfelder Hof“ bei Karl Gerbode.

 

Das Einsetzen der Tauben nach dem 2. Weltkrieg bis 1948 erfolgte auf dem Hof der Gaststätte Stockfisch. 1948 – 1950 setzte man die Tauben bei Knauf in der Rosengasse ein. Von 1950 -1979 wurden die Tauben auf dem Bahnhofsgelände und am Kornhaus eingesetzt. Der Transport der Tauben zu den Auflassorten erfolgte bis Ende der 50er Jahre mit der Eisenbahn.

1958 wurde das erste Spezialfahrzeug zum Transport von Brieftauben, der Kabinenexpress, vom Kreisverband 64 , Göttingen, erworben. Heute hat jede Reisevereinigung oder Transportgemeinschaft ein eigenes Fahrzeug.

 

In den Anfangszeiten des Brieftaubensports in Duderstadt musste jeder Züchter seine , vom Preisflug heimgekehrte, Taube in der Gaststätte „Tivoli“ vorzeigen und die Ankunftzeit notieren lassen. Später wurden die Gummiringe, meist per Fahrrad zur

einzigen Konstatieruhr des Vereins, die sich beim Vorsitzenden Josef Kellner befand, gebracht und dort eingedreht.

Ende der 50er Jahre hatte dann jeder Züchter seine eigene Konstatieruhr. Heute werden die Tauben beim Preisflug mittels eines elektronischen Chiprings erfasst, ohne dass der Züchter sie ergreifen muss. Die Auswertung des Fluges welche früher einige Stunden und bis zur Erstellung der Preisliste einige Wochen dauerte, ist heute mit dem PC in einigen Minuten abgeschlossen.

 

Herausragende Leistungen im Brieftaubensport gab es im Verein „ Eichsfeldia“ zu allen Zeiten. Besonders hervorzuheben sind aber Schlaglichter wie der 2. preis Budapest 1949 von Josef Kellner, gegen Konkurrenz aus der ganzen Südhannoverschen RV.

Ferner die sehr guten Flugleistungen von Herbert Welle oder Nikolaus Röhse in den 60er Jahren. In den 70er Jahren prägten die Flugleistungen von Richard Kopp oder Rudi Fröhlich das Vereinsgeschehen. Zu nennen ist auch die berühmte  714 von Alfred Schwedhelm, die 1973 4 erste Preise im Kreisverband flog und mit 11 Preisen bestes Weibchen im KV.64 wurde.

In jüngster Zeit wird das  sportliche Vereinsgeschehen von der Schlaggemeinschaft Klaus und Karsten Thriene dominiert, die erstmals in der Vereinsgeschichte vordere Platzierungen auf Bezirks- und Verbandsebene erreichten. So errangen sie 1991 vom Nationalflug Chalon den Präsidentenpokal, dieses Kunststück wiederholten sie 1993 auf dem Nationalflug Warschau. Bei beiden Erfolgen war die Täubin 656, genannt „Lady Eichsfeld“ beteiligt. Auch die Taube Nr. 773 von Albert Welle muss in diesem Rahmen genannt werden, belegte sie doch 1994 den 7. Platz bei den besten Weibchen des 14. Bezirks.

Zum Schluss noch etwas zum Vereinsnamen. Die Gründer wählten den Namen „Eichsfeldia“, weil in dem Verein alle Taubenzüchter des Ober- und des Untereichsfelds zusammengeschlossen waren.

 

Duderstadt, im November 1995

                                               Hermann Schwedhelm

                                                    Vorsitzender